Ein Haus erzählt

Sie kennen mich noch nicht ? Dann lassen Sie sich einmal überraschen. Ganz in Ihrer Nähe gibt es eine Oase der Ruhe und Entspannung – im Verkehrsschnittpunkt Frankfurt, Offenbach und Hanau gelegen, ist das Hotel-Restaurant „Zur Mainlust“ in Maintal in der Altstadt des Ortsteils Dörnigheim, an der Fähre nach Mühlheim, unweit der Bundesstraße 8 / 40. In guter Sichtweite fließt der Main dahin. Wasser entspannt, beruhigt und sorgt für Ausgeglichenheit. Werden Sie einmal Gast sein unter meinem Dach, vergessen Sie die Hektik des Alltags. In meinen Mauern fühlen Sie sich heimisch, dafür bürgt die Tradition und das familiäre Flair, das Sie hier umgibt.

Im Jahre 2013 feiere ich mein bereits 150-jähriges Bestehen mit zahlreichen Festlichkeiten. Unternehmen Sie selbst einmal den Versuch, meine Atmosphäre auf sich einwirken zu lassen. 150-jährige Tradition spricht für sich. Gönnen Sie sich mit Ihrer Familie und Ihren Freunden das nicht alltägliche Vergnügen von meinem Besitzer und seinem Team fachkundig verwöhnt zu werden.

Nun zu meiner Geschichte: anno 1863 werde ich erstmals urkundlich erwähnt und seither über sechs Generationen von der Familie Fischer geführt. Hier ergänzt sich die gute alte mit der modernen Zeit in beeindruckender Harmonie.
Vermutlich sind Teile meines Gebäudes jedoch schon um einiges älter, allerdings bleibt das mein Geheimnis, es ist nicht näher überliefert. Bekannt sind nur die drei früheren Generationen der Familie Fischer, die sich hier am Mainufer ansiedelten und auch ausschlaggebend waren, dass der kleine Weg, an dem ich erbaut wurde, den Namen Fischergasse erhielt.

Valentin Fischer, ehemals Leibeigener des Landgrafen von Rumpenheim heiratet nach Dörnigheim. Er ist der erste der Fischer’s hier am Mainufer und verdient seinen Unterhalt fortan als Leinwebermeister.

Ihm folgen die Generationen Johann-Philipp Fischer und Jakob Fischer. Meine Gemäuer dienen den Zugtieren der Treidelkähne, mit denen die Waren den Main entlang transportiert werden, als Ruhestätte. Sie werden hier gegen ausgeruhte Tiere getauscht und dürfen sich vom Ziehen der schweren Lasten erholen, bevor sie die nächste Etappe antreten. Alte Stallungen auf meinem Grund und Boden zeugten von dieser Zeit.

Jakob-Ernst Fischer, mein eigentlicher Namensgeber und Gründer der „Mainlust“, erwirbt 1863 die Konzession für den Bier- und Brannt-weinausschank. Fahrendes Volk, Schiffs- und Fuhrleute, Fischer und andere Handwerker kehren bei mir ein.

1893 übernimmt mich Ernst Fischer und führt mich zur Blüte durch den Anbau eines Saales, der dem geselligen Anliegen der Dörnigheimer sehr entgegen kommt. So werde ich zur Stätte der kulturellen Begegnung. Die gastronomische Leistung wird durch eigene Apfelwein-Kelterei und Hausschlachtung bereichert. Die neuen Gegebenheiten entsprechen dem Geschmack des Publikums, das mich gerne empfiehlt. Die zunehmenden Besucherzahlen sprechen für eine gute Mund zu Mund Propaganda. So erfreue ich mich wachsender Beliebtheit mit steigendem Bekanntheitsgrad. Die angelegte Gartenterrasse mit Blick auf den Main lädt an sonnigen Tagen zum Verweilen ein. Viele Frankfurter, Offenbacher und Hanauer beenden bei mir ihren ausgedehnten Spaziergang entlang des Flussufers. Im Jahr 1896 bin ich das erste Haus am Platz mit einer Gasbeleuchtung.

1939 werde ich von Wilhelm Fischer übernommen und erlebe die harten Jahre des 2. Weltkrieges. Am Ende dieser Zeit finden viele Vertriebene eine notdürftige Bleibe auf Stroh und Papier in meinem Saal. Die Nachkriegszeit ist fu.r jedermann schlecht, doch Wilhelm Fischer verliert nicht die Zuversicht. Er, als positive Persönlichkeit mit gastronomischem Gespür und klug vorausschauend, baut 1948 die Gaststube grosszügig zu der noch heute weitgehend bestehenden Form aus. So erhalte ich einen geräumigen, freundlichen Innenraum, in dem kein Hindernis meinen Gästen den Blick auf den Main, mit seinen dahingleitenden Flößen, Lastkähnen und der übersetzenden Fähre, verwehrt. Unter seiner Führung wird auch der ehemalige große Saal zum Kino umgebaut und zieht zahlreiche Besucher an.

Friedrich Fischer sucht nach Stilllegung der unter anderem wegen steigender Löhne unrentabel gewordenen Apfelweinkelterei in 1962 nach einem neuen Erwerbszweig, baut mich 1964 zu einem Hotel mit zunächst sechs Zimmern aus und erweitert 1966 um weitere vier Zimmer im Bereich des ehemaligen Kinos. Als einstiges Gasthaus avanciere ich nun zum Restaurant durch Friedrich Fischers Kochausbildung im „Roten Haus“ in Wiesbaden. Erlesene Speisen und ausgesuchte Weine bereichern von nun an das kulinarische Angebot. 1965 erwirbt er im Tausch von Brachland das Gelände unterhalb des Gebäudes, das fortan als hauseigener Parkplatz genutzt wird. In 1970 und 72 fallen die großen Kastanienbäume, die seit jeher der Terrasse Schatten spenden, aber nun durch das große Wurzelwerk mein Gemäuer bedrohen. 1972/3 erfolgt erneut ein großer Umbau, der mein Äußeres markant verändert. Der Hoteltrakt wird erneut erweitert, der restliche Kinosaal sowie der kleine Saal im Obergeschoß werden zu Hotelzimmern umgebaut, das Dach wird um ein Geschoß angehoben und aufgemauert. Der einstige Aufgang vom Main wird mit Beton aufgegossen und ergibt für die drei Hotelzimmer zur Mainfront einen eigenen Balkon. Auch das neu entstandene Obergeschoß erhält einen Balkon. Zum Restaurant kommt ein neuer Anbau hinzu, der als Frühstücksraum und ebenfalls als Kolleg für geschlossene Gesellschaften seine Verwendung findet.

Mit Erich Fischer, der sein Fach von der Pike auf erlernt und mich noch heute führt, übernimmt mich am 1. Januar 1984 die 5. Generation. Seine Fachkenntnisse erwirbt er durch Absolvieren der Berufsfachschule für das Nahrungs-, Hotel- und Gaststättengewerbe und während seiner Lehre im Hotel Frankfurt Intercontinental, wo er als Page, Kellner, Barkeeper und Portierassistent tätig ist. Die Krönung seiner beruflichen Entwicklung ist die Auszeichnung als bester Jungkellner Deutschlands im Jahre 1970 in Berlin, durch den Internationalen Genfer Verband der Hotel- und Gaststättenangehörigen e.V.

Durch sein handwerkliches Geschick und seinen Mut zur Veränderung gestaltet er in den 80er Jahren unter tatkräftiger Mithilfe seiner Frau Maria die Gasträume neu und setzt zur Dekoration die Relikte der stillgelegten Apfelweinkelterei beeindruckend in Szene. Dadurch erhält das Restaurant seinen stilvoll-rustikalen und einzigartigen Charme, der bis heute meine Gäste in seinen Bann zieht.

1992 erlebe ich den bis heute letzten großen Umbau im Restaurantbereich. Das komplette obere Lokal wird mit Marmorboden ausgelegt. Die Theke wird durch neue Kühlelemente ersetzt, mit Eichenholz verkleidet und erhält zusätzlich eine fest eingebaute Zapfanlage sowie einen Weintemperierschrank. Ein altes wunderschön restauriertes Apfelweinfaß meiner ehemaligen Kelterei wird zur Rezeption umgebaut. Alles zieren handgearbeitete detailgetreue Schnitzereien, persönlich für mich entworfen und angefertigt. Auch wird der Dielenboden des Restaurants durch ein edles Parkett ersetzt.

Durch diese nun rundum gemütliche Atmosphäre mit unverwechselbarem Flair und dem zusätzlich erweiterten Angebot an festlichen Menüs und Büffets werde ich zu einer bis heute sehr beliebten Stätte für Familienfeiern.

Etwas später folgt die komplette Renovierung des Hoteltraktes. Auch die Zimmer werden immer wieder modernisiert und den sich ändernden Bedürfnissen der Gäste angepasst. Im Jahr 2011 entstehen durch umfangreiche Umgestaltung 2 Premiumzimmer mit komfortabler Ausstattung und großem Panoramabalkon mit einmaligem Blick über den Main von Hanau bis Frankfurt.
Und eine weitere Umbauaktion steht schon in den Startlöchern. Der Bereich des Frühstücksraums wird komplett umgestaltet und wird dem einladenden Ambiente des Restaurants entsprechend verändert werden.

Erich Fischer, der sich durch seinen Vater Friedrich auch umfangreiche Kenntnisse der Kochkunst aneignet und seine Gäste bis heute mit immer neuen kulinarischen Kreationen verwöhnt, erweitert mich auch zum Ausbildungsbetrieb für die verschiedenen Lehrberufe im Gastgewerbe. Unter den zahlreichen jungen Leuten, die unter meinem Dach ihre Lehre erfolgreich absolvieren, ist auch Roland Born, der seine Ausbildung zum Koch 1986 beginnt und mir nach erfolgreichem Lehrabschluß bis heute treu geblieben ist. Er hat mit unerschütterlichem Ehrgeiz die Höhen und Tiefen seiner beruflichen Laufbahn bewältigt und ist heute als Chefkoch ein festes Mitglied des Mainlust-Teams und der Familie.

1997 klingen erstmals Geigenklänge einer ungarischen Zigeunerkapelle durch meine Räume und die Luft ist erfüllt von den Düften nach Knoblauch, Paprika und feuriger Gulaschsuppe. Die Ungarische Woche wird aus der Taufe gehoben und übertrifft alle Erwartungen meines Besitzers und seines Teams. Heute ist die Ungarische Woche, in der bereits 18. Auflage, ein fester Bestandteil des Programms und begeistert alljährlich im März unzählige Besucher. Erich Fischer ist 1. Vorsitzender des Arbeitskreises Maintal-Esztergom und sorgt mit seinen Helfern für die gelebte Partnerschaft der beiden Städte.

Karina und Jochen Fischer als 6. Generation treten ebenfalls in die Fußstapfen Ihrer Vorfahren. Karina Fischer beginnt 1996 ihre Ausbildung zur Hotelfachfrau im eigenen Haus und erlernt somit aus erster Hand die Voraussetzungen, meine Tradition im gewohnten Stil zu pflegen, um das bereits erwiesene Vertrauen meiner Gäste auch weiterhin zu rechtfertigen und zu festigen. Nach nur zwei Jahren schließt sie vorzeitig die Lehre mit Auszeichnung als Klassenbeste ab und steht ihren Eltern bis heute tatkräftig zur Seite.

Jochen Fischer besucht wie bereits sein Vater Erich die Berufsfachschule für das Nahrungs-, Hotel- und Gaststättengewerbe, beginnt danach eine Ausbildung zum Koch im renommierten Airport-Club Frankfurt und schließt seine Lehre ebenfalls erfolgreich ab. Wie schon seine Schwester wird auch er Mitglied im Mainlust-Team und ist mit neuen innovativen Ideen eine wichtige Unterstützung im kulinarischen Bereich.

Im Jahr 2002 erblickt Jonas Fischer als nächste Generation am Heiligabend das Licht der Welt. Schon heute mit 10 Jahren zeigt er reges Interesse an der Gastronomie und tritt meinen Gästen freundlich und offen entgegen. Sein derzeitiger Berufswunsch ist Koch. Es bleibt abzuwarten, ob er somit seinem Vater Jochen nacheifert und mein zukünftiges Bestehen sichert.

Zum Abschluß möchte ich nicht versäumen, auf alle weiteren freundlichen und zuverlässigen Mitarbeiter im Mainlust-Team hinzuweisen, die ich nicht erwähnt habe, die aber auch allzeit bemüht sein werden, dem Sprichwort „Der Gast ist König“ gerecht zu werden.

Ich bedanke mich bereits heute für Ihren ehrenwerten Besuch, natürlich auch im Namen der Familie Fischer und des gesamten Mainlust-Teams !!!

Hotel-Restaurant „Zur Mainlust“